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VVO_OberelbeTakt_02-22

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Die neue Halle mit der

Die neue Halle mit der zentralen „Headhouse Clock“ VVO THEMA DER BAHNHOF IN DER HAUPTPOST WIE NEW YORKS PENN STATION WIEDER EIN JUWEL WURDE

14 I 15 Die Gepäckausgabe für Amtrak-Züge mit historischen Motiven. Die Hauptpost und die alte Penn-Station hatten dieselben Architekten. New York Citys Pennsylvania Station, kurz Penn Station genannt, gehört mit ihren täglich über 700.000 Fahrgästen und über 1.300 Ankünften und Abfahrten zu den geschäftigsten Bahnhöfen der Welt. In Nordamerika ist sie mit ihren 21 Gleisen die Nummer 1. Nachdem die Penn Station seit 1963 ohne eine wirkliche Bahnhofshalle auskommen musste und im Untergrund verschwand, können die Fahrgäste den Bahnhof seit Januar 2021 über eine weiträumige neue Halle betreten – denn die benachbarte ehemalige Hauptpost wurde zum lichten, hellen Eingang des Bahnhofs. Die Geschichte des einstigen zentralen Knotenpunktes der Bahngesellschaft Pennsylvania Railroad (PRR) begann im frühen 20. Jahrhundert. Die PRR besaß bis dahin keine direkte Verbindung nach Manhattan – ihre Züge endeten am Westufer des Hudson Rivers in Jersey City, und die Fahrgäste mussten von dort mit der Fähre übersetzen. Die Strecken der Konkurrenzgesellschaft, der New York Central Railroad (NYC), führten dagegen von Norden nach Manhattan hinein. Nachdem die PRR, die bis dahin nur westlich Manhattans tätig war, mit der Long Island Railroad eine Bahngesellschaft erworben hatte, deren Netz östlich lag, entstand die Idee, beide Teile mit einem Durchgangsbahnhof zu verbinden. Dieser sollte durch Tunnel unter dem Hudson und dem East River von beiden Seiten erreichbar sein. Eine wichtige Rolle spielten auch die neuen elektrisch betriebenen Züge, die leichter als die Dampflokomotiven größere Steigungen überwinden konnten und die Tunnel nicht mit Rauch füllten. Das reduzierte den Aufwand für die Tunnellüftung. Nach sieben Jahren Bauzeit und Investitionen von 150 Millionen US-Dollar, was heute rund 4 Milliarden US-Dollar entspricht, wurden Tunnel und Bahnhof im November 1910 eingeweiht. Das Empfangsgebäude galt als Meisterwerk des Beaux-Arts-Stils: Es kombinierte rosa Granit und eine Fassade mit Säulenkolonnaden im griechisch-römischen Stil mit Bahnhofshallendächern aus Stahl und Glas. Aus der Halle ging es in den Untergrund zu zwei Verteilebenen und den Gleisen. Der Glanz währte gut 50 Jahre: Mit dem Niedergang der Eisenbahn in den USA verschlechterte sich die Finanzlage der PRR; trotz vieler Proteste der New Yorker wurde die Bahnhofshalle 1963 abgerissen. Über den drei unterirdischen Ebenen entstanden Bürogebäude und der Madison Square Garden. Trotz zahlreicher Renovierungen und Erweiterungen in den folgenden Jahrzehnten konnte der Bahnhof nicht an alten Glanz anknüpfen: Von „Katakomben“ war ebenso die Rede wie vom „hässlichen Stiefkind der einst großen New Yorker Bahnhöfe“. So entstand Anfang der 1990er-Jahre eine Idee: Gegenüber dem Bahnhof lag das zentrale New Yorker Postamt, das einerseits unter Denkmalschutz stand, andererseits aber von der US-Post nicht mehr vollständig benötigt wurde. Auf Initiative des US-Senators Daniel Patrick Moynihan, der als Junge Schuhputzer in der alten Penn-Station gewesen war, entstand die Idee, das Postamt zur neuen Bahnhofshalle zu entwickeln. Nach vielen Entwürfen, Diskussionen und Verzögerungen wegen der unklaren Finanzierung begann 2018 der Umbau. Dieses neue Empfangsgebäude mit einer 25 Meter hohen und mehr als 5.000 Quadratmeter großen Glas-Stahl-Dachkonstruktion liegt zwar auf der anderen Straßenseite, ist aber mit den unterirdischen Ebenen verbunden und schafft so einen neuen, beeindruckenden Eingang. Die nach ihrem Initiator benannte Moynihan Hall konnte dann auch an alte glanzvolle Zeiten anknüpfen: Im Jahr ihrer Einweihung gewann sie den renommierten Architekturpreis „Prix Versailles“.

Sächsische Zeitung und Sächsische.de

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