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Medizin Heute 08_2022

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Seite 8 Kinder in

Seite 8 Kinder in Kliniken KINDER SIND GANZ BESONDERE PATIENTEN Kinder in Kliniken zu betreuen, stellt das Personal vor ganz spezielle Anforderungen. Aber sächsische Kliniken sind hier führend – und werden dafür sogar ausgezeichnet. In den Oberlausitz-Kliniken in Bautzen gehört auch eine Erzieherin zum Team der Kinderklinik. Um auf die speziellen Bedürfnisse der minderjährigen Patienten eingehen zu können. Text: Jens Fritzsche Foto: Klinik Etwa jeder neunte Krankenhauspatient in Sachsen ist ein Kind. Kinder im Krankenhaus; für Eltern ist das meist eine beängstigende Vorstellung. Um hier gegenzusteuern – und natürlich auch für eine kindgerechte Behandlung zu sorgen – tun auch die Krankenhäuser und Kliniken in Sachsen und speziell Ostsachsen eine Menge. Eltern-Kind- Zimmer sind auf vielen Kinderstationen längst Standard – Eltern können also während der Zeit im Krankenhaus an der Seite ihrer Kinder bleiben. Vor allem dort, wo sich die Behandlung über viele Wochen erstreckt, wie beispielsweise im neurologischen Krankenhaus des Epilepsiezentrums Kleinwachau bei Radeberg: „Die Nähe zu ihren Eltern ist gerade hier ein wichtiger Faktor, um Untersuchungen und Behandlungen erfolgreich absolvieren zu können“, heißt es hier. Das DIE MEDIZINISCHE VERSORGUNG VON KINDERN UND JUGENDLICHEN STELLT KLINIKEN VOR GANZ SPEZIELLE ANFORDERUNGEN. auf die Diagnose und Behandlung von Anfallsleiden spezialisierte Krankenhaus verfügt über eine spezielle Kinderstation und betreut zahlreiche Kinder aus ganz Mitteldeutschland und Südbrandenburg. Zum Team gehören auch Erzieherinnen und Erzieher Auch in der Kinderstation an den Oberlausitz-Kliniken in Bautzen gehört der kostenfreie Aufenthalt einer Begleitperson bei Kindern unter acht Jahren ausnahmslos dazu, macht die Klinik deutlich. Eltern und Bezugspersonen können hier je nach eigenem Wunsch auch aktiv in die Betreuung und Pflege der Kinder einbezogen werden. Reichlich 2.000 Kinder vom Neugeborenenalter bis zum 18. Lebensjahr werden hier pro Jahr stationär behandelt. Zum Team gehört dabei neben zehn Medizinern, 40 Kinderkrankenschwestern und Pflegern auch eine Erzieherin, um auf die speziellen Anforderungen der stationären Betreuung von Kindern eingehen zu können. Qualitätssiegel für Kinderkliniken vergeben Deutschlandweit werden seit 2009 alle zwei Jahre auch entsprechende Qualitätssiegel für Kinderkliniken vergeben. Auch hier sind Krankenhäuser der Region führend: So hat beispielsweise die Kinderklinik des Städtischen Klinikums Dresden am Standort Neustadt/Trachau das Qualitätssiegel 2022-2023 „Ausgezeichnet. Für Kinder“ erneut bekommen. Die medizinische Versorgung kranker und verletzter Kinder und Jugendlicher stellt dabei hohe und vor allem ganz spezielle Anforderungen an Klinik und Personal, „um eine kindgerechte und familienorientierte stationäre Behandlung zu gewährleisten“, macht Dr. Georg Heubner deutlich, der Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Städtischen Klinikums. Wobei die Leistungskriterien Jahr um Jahr anspruchsvoller werden, wie er ergänzt. Deshalb gehe es darum, die Betreuung der minderjährigen Patienten stetig konsequent weiterzuentwickeln und zu verbessern, so Dr. Georg Heubner.

Neue OP-Methode Endoprothetik Seite 9 NEUE HÜFTE OHNE MUSKEL-SCHNITT Die Spezialisten der Orthopädischen Klinik Rothenburg setzen ab sofort bei Hüft-Operationen auf ein Verfahren, das wesentlich schonender und schmerzärmer ist. Von Jens Fritzsche Es klingt ein wenig nach der sogenannten „Knopfloch-Chirurgie“. Was mit Blick auf den Einsatz von künstlichen Hüftgelenken – bei denen die Gelenkkugel samt Schaft meist um die 15 Zentimeter lang ist – fast unglaublich klingt. „Es ist ein minimalinvasives Verfahren, keine Knopfloch-Chirurgie“, schränkt Dr. med. Torsten Menzel deshalb auch ein. Der Chefarzt der Fachklinik Orthopädie am Orthopädischen Zentrum Rothenburg bei Görlitz setzt seit Juni auf ein neues OP-Verfahren, „bei dem es nicht in erster Linie darum geht, dass der Schnitt klein ist, sondern dass wir als Chirurgen zum Gelenk gelangen, ohne Muskeln, Sehnen oder Nerven zu tangieren“. Ein Verfahren, das schon 1870 vom deutschen Chirurgen Carl Hueter entwickelt wurde, aber bisher eher selten genutzt wird. „Weil es schwieriger und technisch aufwendiger ist“, weiß der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Bei der „normalen“ Hüft-OP verschaffen sich die Mediziner den Zugang zum kaputten Hüftgelenk von der Seite der Patienten aus, um die komplette Übersicht über den Schenkel zu haben, beschreibt Dr. med. Menzel. „Dafür müssen dann aber Muskeln und Sehnen durchtrennt und anschließend vernäht werden“. Bei der Hueter-Methode nähern sich die Operateure dem Gelenk durch einen zehn Zentimeter langen Schnitt von vorn, „was für die OP selbst dann einer abgewinkelten Welle an der Knochenfräse bedarf“. Das erfordert besonderes Können und Übung, „weil man quasi um die Ecke fräst“. Für die Patienten ist diese Methode allerdings deutlich schonender. „Und schmerzärmer!“ Denn die Muskeln und Sehnen werden bei dieser Operation nicht zerschnitten, sondern zur Seite geschoben. „Im Prinzip könnten die Patienten schon direkt nach der OP aufstehen und laufen“, macht der Rothenburger Chefarzt deutlich. Die Mediziner lassen die Patienten allerdings einen Tag lang nach dem Eingriff „in Ruhe“ – aber ab dem zweiten beginnt das Lauftraining. „Das ebenfalls im Prinzip ohne stützende Stöcke erfolgen könnte, da ja die Muskeln um das Gelenk intakt sind und den nötigen Halt geben“, weiß Dr. med. Menzel. Für das Gefühl der Sicherheit bekommen die Patienten die Stöcke dennoch. Rund 400 Hüftprothesen werden von den fünf Spezialisten in Rothenburg jedes Jahr eingesetzt. „Wir verfügen hier über eine gut 40-jährige Expertise Arztvortrag 26. September, 19 Uhr live und im Livestream! Der Rothenburger Chefarzt Dr. med. Torsten Menzel wird das neue minimalinvasive Hüft-OP-Verfahren vorstellen und Fragen beantworten. Stadtmission Görlitz Langenstraße 43 Dr. med. Torsten Menzel ist der Chefarzt der Orthopädischen Klinik in Rothenburg. Und setzt mit seinem Team auf minimalinvasive Hüft-Operationen. Foto: Klinik auf diesem Gebiet – sind als Endoprothetikzentrum natürlich auch zertifiziert“, unterstreicht der Orthopädie- Chef. Deshalb sind die Rothenburger Spezialisten auch für diese neue Methode prädestiniert, die nun nach und nach die bisherige ablösen wird. „Wir wollen dieses schonende Verfahren zum Standard machen, damit sind wir durchaus eine der wenigen Kliniken, die das tun“, weiß Dr. med. Menzel. In der Oberlausitz sind die Rothenburger die einzigen. „Aber natürlich können die Patienten wählen – und es gibt auch Hüfterkrankungen, bei denen wir auf die bisherige Methode setzen müssen!“ Das wird im Vorfeld individuell durch die Spezialisten abgeklärt und mit den Betroffenen besprochen. ..................................................................... q Arztvortrag Dr. med. Torsten Menzel im Livestream: facebook.com/gesund.in.sachsen instagram.com/gesundinsachsen bei Youtube unter gesundinsachsen DAS ORTHOPÄDISCHE ZENTRUM MARTIN-ULBRICH-HAUS ROTHENBURG q Die Fachklinik für Orthopädie ist Teil des Orthopädischen Zentrums Martin-Ulbrich-Haus Rothenburg gGmbH, das zum Unternehmensverbund der Diakonie Miteinander gehört. Zum Campus im Herzen Rothenburgs gehören dabei neben der Orthopädischen Fachklinik auch Angebote zur Tagespflege, ein Wohnpflegeheim, Ergo- und Physiotherapie sowie die Klinik für Rehabilitation. Gerade das ist ein wichtiger Vorteil für Patienten, die sich in der orthopädischen Klinik einer Operation am Knie oder an der Hüfte unterziehen: Sie haben die Reha-Einrichtung nur wenige Schritte entfernt – weite Anfahrten entfallen. Und: Die operierenden Ärzte stehen auch während der Rehabilitationszeit jederzeit als Ansprechpartner bereit. „Zudem profitieren unsere Patienten auch vom Medizinischen Versorgungszentrum, das zu unserer Klinik gehört“, spricht Orthopädie-Chefarzt Dr. med. Torsten Menzel einen weiteren Vorteil an: „Unsere Mediziner kennen die Patienten bereits vor der OP und auch die Nachsorge erfolgt durch die bekannten medizinischen Ansprechpartner!“ q Behandlungsschwerpunkte: Die orthopädische Fachklinik in Rothenburg ist spezialisiert auf Prothetik und Chirurgie im Bereich der Schulter, der Knie und Hüften, die Chirurgie der Füße sowie stationäre Schmerztherapie. Zum Leistungsspektrum gehören außerdem die Arthroskopie des Ellenbogengelenks, Wirbelsäulenorthopädie sowie die Infektionsbehandlung bei Knochen- und Gelenkinfekten. q Kinderorthopädie: Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Spezialisierung auf Angebote der Kinderorthopädie. Das bieten nicht sehr viele Kliniken in der Region an. Die Rothenburger Spezialisten punkten dabei mit kindgerechter Behandlung durch speziell angepasste Therapien. ................................................................... q www.klinik-rothenburg.de DIE PATIENTIN Für Doris Noack gab es keine Frage: Ihre Hüfte sollte unbedingt in der Klinik in Rothenburg operiert werden. Das hat nicht nur damit zu tun, dass sie in Kreba-Neudorf – also ganz in der Nähe – wohnt. „Sondern mein Mann hat hier schon beide Knie und die Hüfte operieren lassen – und wir fühlten uns immer perfekt aufgehoben!“ Seit Jahren plagten sie nun heftige Schmerzen beim Laufen, Sitzen und Liegen – das Hüftgelenk war angegriffen und konservativ nicht mehr behandelbar. „Beim Aufnahmegespräch in der Klinik wurde mir dann erklärt, dass es neben dem – sozusagen – klassischen Verfahren auch eine neue OP-Methode für die Hüfte gibt; und ich habe mich sofort dafür entschieden!“ Und sie ist jetzt, kurz nach der OP, noch immer hörbar begeistert. „Ich bin schon am nächsten Tag aufgestanden, ohne Schmerzen – nur eine Art Muskelkater, weil sich die Muskeln wieder ihren Platz suchen mussten“, beschreibt sie. Schmerzmittel brauchte Doris Noack nicht, „ich habe lediglich ein paar entzündungshemmende Mittel bekommen“. Auch die Stöcke zum Laufen braucht sie nur für die Sicherheit im Kopf, sagt sie lachend. „Jetzt in der Reha laufe ich im Zimmer immer ohne Stöcke, das funktioniert super!“ Die Stabilität im Bein sei deutlich spürbar. Den Vergleich zur „alten“ OP- Methode hat sie zwar nur über ihren Mann, „aber ich bin schon jetzt deutlich weiter, als er damals zu diesem Zeitpunkt war“, vergleicht sie. Die Wahl würde bei ihr jedenfalls immer wieder auf diese neue, schonendere und fast schmerzfreie OP-Methode fallen. Jens Fritzsche Doris Noack: „Ich bin absolut zufrieden mit der OP!“ Foto: Klinik

Sächsische Zeitung und Sächsische.de

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