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Medizin Heute 08_2022

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Mamma-Chirurgie

Mamma-Chirurgie langfristig gesichert Die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe ist in der Region unter anderem für die professionelle Behandlung zahlreicher Brustkrebspatientinnen bekannt. Und das soll sich auch in Zukunft nicht ändern. Im Gegenteil. Das Team um Chefarzt Dr. Aiman Bachouri kümmert sich sehr persönlich und individuell mit moderner Diagnostik und wenn notwendig mit entsprechenden Operationsverfahren, um die Frauen, die sich hier in Behandlung begeben. „Wir führen hier jährlich weit über hundert, möglichst brusterhaltende Tumoroperationen durch und verhelfen den Patientinnen so, die Lebensqualität weitestgehend zu erhalten“, sagt Chefarzt Dr. Bachouri. Die Fallzahlen sprechen für sich und lassen auch mit den nun gesetzlich vorgeschriebenen Mindestfallzahlen bei der Brustkrebschirurgie keinen Zweifel an der Versorgungssicherheit am Standort Hoyerswerda. Mit den neuen Regelungen des Gemeinsamen Bundesausschusses zu Mindestmengen werden zukünftig bundesweit nur noch die großen Zentren diese Eingriffe durchführen können, so auch in Ostsachsen. Aber die Operation allein ist noch lange nicht alles, denn die Behandlung von Brustkrebs ist eine multiprofessionelle Aufgabe. Zu Beginn steht in der Regel die Diagnostik. Dem Brustzentrum am Lausitzer Seenland Klinikum stehen dafür modernste Geräte zur Verfügung. In enger Zusammenarbeit mit der Radiologie helfen eine hochauflösende Bildgebung und die Markierung von nicht tastbaren Tumoren bei der gegebenenfalls notwendigen operativen Entfernung. Neben den klassischen Röntgenaufnahmen der Brust, wird in Hoyerswerda seit 2015 auch die minimalinvasive Gewebediagnostik in Form einer Vakuumbiopsie durchgeführt. Dabei wird betroffenes Gewebe computerassistiert unter Ultraschallsicht per Vakuum in eine Kanüle eingesaugt. Mit Hilfe des Stereotaxie-Verfahrens, bei dem zwei Aufnahmen aus verschiedenen Winkeln zu einem räumlichen Bild zusammengesetzt werden, können die Verkalkungen im Brustdrüsengewebe punktgenau angesteuert und entnommen werden. Die dazu notwendige Apparatur heißt stereotaktisches Mammografie-Tomosynthese-Gerät. Anschließend wird das Gewebe im histologischen Labor untersucht und beurteilt. Chefarzt Dr. Matthias G. Schreiber, der das Institut für Radiologie am Lausitzer Seenland Klinikum leitet, liegt der Umgang mit den Patientinnen sehr am Herzen. „Ich versuche immer den Frauen genau zu erklären, was ich da tue und beschreibe mein Vorgehen möglichst ohne medizinische Fachausdrücke. Wichtig ist, dass die Patientinnen entspannt bleiben und nicht noch Angst vor der Untersuchung bekommen, denn sie haben in der Regel schon genug mit Ihrer Situation zu tun.“ Neben den Ärzten und allgemeinen Pflegekräften hat Brustschwester Petra Wilde einen großen Anteil an der individuellen Betreuung. Sie kümmert sich um ihre Patientinnen von der ersten Minute an persönlich und gibt hilfreiche Informationen, Tipps und Ratschläge rund um das Thema Brustkrebs. „Vor allem im persönlichen Gespräch lassen sich viele Dinge gut klären. Natürlich muss man auch kritische oder sehr persönliche Punkte ansprechen. Die Frauen haben Angst, oft auch aus Unwissen. Meistens kann ich Sie dort ein Stück weit abholen und ihnen Ängste nehmen. Die Kommunikation zwischen Arzt bzw. Pflegekraft und Patientin ist immer sehr wichtig und häufig kann ich auch den Angehörigen helfen“, erzählt Schwester Petra aus ihrem Alltag. Im Rahmen der wöchentlichen Tumorkonferenz im Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Dr. Aiman Bachouri Foto: Jörg Simanowski Lausitzer Seenland Klinikum wird jede einzelne Frau multidisziplinär besprochen, um die bestmögliche und individualisierte Therapie gewährleisten zu können. Das gesamte Team des Brustzentrums am Lausitzer Seenland Klinikum, dazu gehören noch der Pathologe, das Labor, Ärzte der Strahlentherapie Bautzen, die Psychoonkologin, Physiotherapeuten, Ernährungsberater und die Klinikseelsorge, trägt dazu bei, dass die erkrankten Frauen umfassend betreut werden. Das Lausitzer Seenland Klinikum ist damit auch für die Zukunft gut aufgestellt und unterstreicht einmal mehr seine Bedeutung als Schwerpunktversorger der Region. Lausitzer Seenland Klinikum Maria-Grollmuß-Str. 10 | 02977 Hoyerswerda Hoy.info@sana.de | www.seenlandklinikum.de Raffinierter Katheter Präzise und effizient: Die Rhythmologen des Herzzentrums Dresden nutzen jetzt einen Einzelkatheter, um Vorhofflimmern zu beheben. Das Team der Rhythmologie am Herzzentrum Dresden Universitätsklinik während einer Verödung mit dem neuen „Globe“-Katheter. Foto: Robert Reuther Bei der Behandlung von gefährlichen Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern setzt das Team der Rhythmologie des Herzzentrums Dresden Universitätsklinik ab sofort auf einen neuen besonders raffinierten Katheter – den sogenannten „Globe“-Katheter. Dieser verbindet die Stärken der bisher existierenden Kathetersysteme und reduziert gleichzeitig deren Schwächen. Vorhofflimmern gehört zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen. In Deutschland leiden knapp zwei Millionen Menschen daran. „Die Symptome können sehr unterschiedlich sein. Manche Betroffene spüren ein extremes Herzstolpern oder gar -rasen. Für andere bedeutet das eine große Einschränkung ihrer Leistungsfähigkeit mit schneller Atemlosigkeit und Müdigkeit bei Bewegung. Unbehandelt droht als Konsequenz eine chronische Herzschwäche oder schlimmstenfalls ein Schlaganfall“, sagt Prof. Dr. Sergio Richter, Sektionsleiter Rhythmologie am Herzzentrum Dresden Universitätsklinik. Medikamente können die Symptome meist nur vorrübergehend lindern, weswegen Mediziner bei der Behandlung von Vorhofflimmern auf eine Katheter-Ablation setzen. Dabei wird Herzmuskelgewebe, welches sich meist an den Mündungen der Lungenvenen befindet, während eines interventionellen Eingriffs verödet. Bisher wurde die Verödung mittels zweier unterschiedlicher Kathetersysteme durchgeführt: entweder per Single-Tip-Katheter oder per Ballonkatheter. „Bei der ersten Variante ist es möglich, über eine Metallspitze am Ende des Katheterschlauchs elektrische Informationen des Herzens zu sammeln und in einer dreidimensionalen elektroanatomischen Landkarte (Mapping) darzustellen und gleichzeitig die Verödung gezielt per Strom durchzuführen. Die Karte ermöglicht eine exakte Analyse der betroffenen Herzregion und damit eine wesentlich präzisere Verödung. Der Nachteil: das ist zeitaufwändig und erfordert viel Erfahrung“, erklärt Prof. Richter. Der Ballonkatheter hinge- gen ist einfacher zu handhaben. Er wird im Mündungsbereich der Lungenvene aufgespannt und isoliert die Störimpulse per Kälte – allerdings ohne die Vorteile des Mappings. Genau hier setzt der „Globe“-Katheter an. Er kombiniert das Beste der beiden bisherigen Kathetersysteme. Der Globus wird im Vorhof aufgespannt. Die Oberfläche ist mit Elektroden besetzt, sodass ein kontinuierliches und hochauflösendes 3D-Mapping in Echtzeit möglich ist. Gleichzeitig kann punktgenau hochfrequenter Strom abgegeben werden, der das Gewebe rund um die jeweilige Lungenvene verödet. Da es sich um eine All-in-One-Lösung Herzzentrum Dresden Universitätsklinik Klinik für Innere Medizin und Kardiologie handelt und während der Behandlung kein Katheterwechsel notwendig ist, hat das System für Patientinnen und Patienten zahlreiche Vorteile: „Wir können schnell und präzise arbeiten. Das belastet die Betroffenen weniger, sie brauchen kein Kontrastmittel und sind schneller wieder raus aus dem Katheterlabor“, so Privatdozent Dr. Thomas Gaspar, leitender Oberarzt in der Rhythmologie. Das Ende der Forschung ist beim „Globe“-Katheter zudem noch nicht erreicht. So arbeitet der Hersteller derzeit intensiv daran, dass die Verödung mittels kleiner Schocks erfolgt, was letztlich noch sicherer, schneller und schonender ist. Fetscherstraße 76 · 01307 Dresden · Telefon 0351 450-1704 www.herzzentrum-dresden.com hzd-rhythmologie@herzzentrum-dresden.com

Bewährtes Verfahren bei Makula-Degeneration Seite 11 WENN DER GELBE FLECK GRAU WIRD Mit zunehmendem Alter kann die Makula – der Punkt des schärfsten Sehens – durch Ablagerungen und Flüssigkeit vernarben. Aber es gibt mittlerweile hocheffiziente Behandlungsmöglichkeiten. Text: Jens Fritzsche Foto: Bayer Vital Diese Diagnose kann ein Leben verändern, ist aber längst nicht mehr hoffnungslos, macht Dr. Anja Kaiser vom AugenCentrum Dresden deutlich. Die Rede ist von der sogenannten altersabhängigen Makula-Degeneration; kurz: AMD. Die Makula – der Bereich in der Mitte der Netzhaut, auch bekannt als „gelber Fleck“, in dem sich die Sehzellen besonders dicht drängen – ist der Punkt des schärfsten Sehens. Aber auch besonders empfindlich gegen Sonnenlicht zum Beispiel. Und zudem ein „idealer“ Platz für unerwünschte Ablagerungen sowie Flüssigkeitsansammlungen in der Netzhaut, was zu starken Sehverlusten führen kann. Und bis vor reichlich 15 Jahren auch fast unumgänglich zu drastischen Seheinschränkungen führte, weiß die Dresdner Augenspezialistin. Doch inzwischen haben Mediziner immer wieder neue, effizientere und erfolgreichere Therapieansätze entwickelt, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern oder gar aufzuhalten. Vor gut 15 Jahren kamen die ersten zugelassenen Medikamente auf den Markt. Bis dahin waren die Mediziner gegen die chronisch verlaufende Netzhauterkrankung nahezu machtlos, „man konnte oft nur beim Vernarben der Makula zuschauen“, unterstreicht Dr. Kaiser, die damals begann, als Augenärztin zu arbeiten. Die Entstehung der AMD lässt sich dabei mit einem anschaulichen Sprachbild erklären: Die Müllabfuhr am Augenhintergrund funktioniert nicht mehr. Beim Sehen entstehen Stoffwechselprodukte auf der Netzhaut, die bei den Betroffenen nicht mehr im vollen Umfang abgebaut werden. „Das sorgt letztlich dafür, dass ausgerechnet in der Mitte des Sehfeldes ein grauer Fleck wahrgenommen wird.“ Ein Fleck, der sich nicht bewegt und langsam an Größe zunimmt und das Sehen mehr und mehr einschränkt. „Betroffene schauen zum Beispiel auf den Tisch und sehen den Teller beim Essen nicht mehr – oder sie sehen Menschen, erkennen aber das Gesicht nicht; auch das Lesen einer Zeitung wird unmöglich“, beschreibt die Augenspezialistin die dramatischen Folgen. Zudem kann es zu einer „feuchten Variante“ der Erkrankung kommen. „Dann sammelt sich durch das Wachstum krankhafter Gefäßneubildungen Flüssigkeit in der Netzhaut und schädigt auf Dauer die Sinneszellen im Bereich der Makula.“ Und hier kommen die erwähnten neuen Medikamente ins Spiel. „Diese werden direkt ins Auge gespritzt und drängen die Gefäßneubildungen und somit die Flüssigkeit zurück.“ Eine Sehverschlechterung kann mit dieser Therapie in den meisten Fällen aufgehalten oder zumindest verlangsamt werden. Je früher eine Makula-Degeneration erkannt und je eher mit der Behandlung begonnen wird, umso größer ist natürlich auch die Chance, eine möglichst hohe Sehqualität zu erhalten. Wer zum Beispiel beim Lesen oder auf Fotos verzerrte Linien sieht oder einen grauen starren Fleck, sollte dringend zum Augenarzt, beschreibt Dr. Kaiser erste deutliche Anzeichen einer Makula-Erkrankung. GRÖSSTE PRÄZISION FÜR UNSER KLEINSTES ORGAN Kurz- und Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung und der Graue Star – die Behandlung des Auges erfordert höchste Präzision. Wir bieten mit der femtolasergestützten Operation ein hochmodernes Verfahren für das empfindlichste aller Organe. In Lichtgeschwindigkeit behandeln wir besonders genau und sehr sanft. Wann sehen wir uns? Wer an einer Makula-Degeneration leidet, sieht anfangs verzerrte Linien, später stört ein grauer Fleck mitten im zentralen Blickfeld das uneingeschränkte Sehen. Die Spezialisten im Augen- Centrum Dresden setzen dann auf eine Spritzentherapie, bei der hochwirksame Medikamente direkt ins Auge gespritzt werden. Eine einzige Spritze genügt dabei allerdings nicht, um die AMD aufzuhalten. „Es sind immer mehrere Behandlungen in regelmäßigen, individuell festgelegten Abständen notwendig – wir haben auch Patienten, die bereits ihre 50. Spritze bekommen haben“, so Dr. Anja Kaiser. Die Spritzen werden dabei unter örtlicher Betäubung verabreicht. „Durch Augentropfen wird das Auge schmerzunempfindlich“, macht die Augenspezialistin deutlich. Sie weiß allerdings auch, „dass die Behandlung aufgrund der unbedingt notwendigen Desinfektionsmittel häufig am Tag danach unangenehmen Druck und mitunter auch ein Brennen im Auge nach sich zieht“. Das AugenCentrum Dresden hat im Übrigen seit 2019 ein spezialisiertes Behandlungszentrum für Makula- Erkrankungen eingerichtet, um hier die Betroffenen möglichst optimal und effizient therapieren zu können. Der Zeitaufwand für die Patienten soll möglichst gering gehalten werden. „Wir versuchen, Wartezeiten zu vermeiden – denn die Behandlungen ziehen sich ja mitunter über Monate bis Jahre hin.“ Auch Diabetes mellitus und Gefäßverschlüsse am Augenhintergrund können Makulaerkrankungen hervorrufen. Grundsätzlich nimmt das Risiko mit dem Alter zu, sagt Dr. Kaiser. „Wir haben zwar auch junge Betroffene mit selteneren Erkrankungsursachen, aber die übergroße Mehrheit unserer Patienten in den Makula- Sprechstunden sind Ältere.“ Nicht nur regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt, sondern auch Selbstkontrollen der Sehleistung jeweils eines Auges bei geschlossenem zweiten Auge können für ein rechtzeitiges Erkennen sorgen. ............................................................................................ q www.augencentrum-dresden.de Sie finden uns in der Centrum Galerie Trompeterstraße 5 01069 Dresden EINE VERSCHLECHTERUNG KANN MIT DIESER THERAPIE AUFGEHALTEN WERDEN. Prof. Dr. med. Andreas Böhm Dr. med. Anne Lux und Kollegen augencentrum-dresden.de info@augencentrum-dresden.de 0351 896635-0

Sächsische Zeitung und Sächsische.de

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