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Azubi Beilage | September 2022

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6 Mach’s

6 Mach’s professionell! LEHRE.STUDIUM.BERUF. Wo Kunst auf Technik trifft Alex Groß rückt die Schauspieler im Boulevardtheater Dresden ins rechte Licht und sorgt dafür, dass das Publikum alles gut hört. Alex Groß ist schon als Kind gerne mit seinen Eltern ins Theater gegangen. Dabei fand er es meistens spannender, zu beobachten, wie sich die Lampen hin- und herbewegten, als dem Stück zu folgen. „Ich habe mich auch immer gefragt, wie das sein kann, dass da der Ton rauskommt“, erinnert sich der 22-Jährige und lacht. Heute kann er es darauf eine solide Antwort geben, denn Alex macht eine Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik am Boulevardtheater Dresden. Seit September 2020 gehören komplexe Ton-Anlagen ebenso zu seinem Arbeitsalltag wie Lautsprecher, Mikrofone, Scheinwerfer und der Laptop. „Ich hatte mich überall in Deutschland beworben“, berichtet der gebürtige Thüringer. Beim Probearbeiten für das Stück „Azzurro“ hat er sich nach eigener Aussage gleich in Dresden verliebt. „Die Arbeit hat sehr viel Spaß gemacht und das Team hier hat mir auch super gefallen.“ Insgesamt elf Männer und Frauen gehören mit Alex zum Technik-Team. Durch die Corona-Pandemie musste der Spielbetrieb jedoch nur zwei Monate später pausieren. Das Boulevardtheater hat diese Zeit „Man muss sich selbst einschätzen können.“ genutzt, um die komplette Strom- und Signalverteilung im Haus neu zu verlegen. „Dafür haben wir sicherlich 50 Kilometer Kabel rausgerissen“, berichtet Philipp Blessing, der Alex seit dem ersten Tag als Ausbildungsleiter zur Seite steht. Von dieser neuen Technik bemerkt das Publikum in der Regel erst mal nichts. Genauso wenig wie es die Arbeit der Veranstaltungstechniker überhaupt wahrnimmt. „Wir sind immer bemüht, dass uns der Gast nicht sieht“, sagt Philipp Blessing. Jedoch sind er und sein Team immer mittendrin dabei. „Das ist schön, wenn man dann sieht, dass das Publikum lacht. Dann sieht man, dass sich die Arbeit gelohnt hat“, meint der Ausbilder. Herausforderungen im Alltag Alex kann sich neben dem Ton besonders fürs Licht begeistern. „Wir haben hier vier verschiedene Scheinwerfer-Arten, sogenannte Moving Lights“, erläutert der Auszubildende. Für das Bühnenbild im großen Saal steuert er eine Matrix aus 36 Lampen, von denen jede bis zu 52 Parameter bietet. „Das sind zum Beispiel verschiedene Farben, Bewegungen, Helligkeit oder Zoom.“ Doch die Arbeit als Veranstaltungstechniker beinhaltet weit mehr als Licht und Ton. „Wir transportieren auch Bühnenbilder, bauen diese auf und ab, richten die Requisite ein oder räumen auf“, erzählt Alex. In der Regel beginnt sein Tag am Nachmittag. „Das kann 15 Uhr sein, oder auch erst 17 Uhr.“ Dann werden die Tonanlage und die Lichtanlage angeschaltet, überprüft Save the date! Komm zur Messe. Finde Deinen beruflichen Weg. MESSE DRESDEN 20.– 22. Jan. 2023 Fr. 9 – 17 Uhr · Sa./So. 10 – 17 Uhr www.messe-karrierestart.de Die Messe als App! Auf Facebook folgen! Auf Instagram folgen!

Mach’s professionell! LEHRE.STUDIUM.BERUF. 7 Alex Groß an einem seiner Arbeitsplätze im Boulevardtheater Dresden Foto: Silke Rödel Wenn der Vorhang aufgeht, sind Alex und seine Kollegen hochkonzentriert. „Auch wenn mal ein halbes Buch lang nichts zu tun ist, muss man immer aufmerksam bleiben.“ Nach dem Stück geht es dann ans Aufräumen, manches Mal gibt es auch noch Besprechungen, so dass der Feierabend nicht vor 23 Uhr zu erwarten ist. „Wenn wir einen Stückwechsel haben oder auf Gastspieltour sind, müssen wir auch teilweise nachts noch alles abbauen“, schildert der Auszubildende. Diese Arbeitszeiten unterschätzen manche, weiß Ausbilder Philipp Blessing. „Das muss man wirklich wollen. Am Theater siehst du die Kollegen einfach mehr als deine Familie und Freunde.“ Da ist es nicht verwunderlich, dass sich der Begriff „Theaterfamilie“ etabliert hat. Diese Theaterfamilie ist auch im Boulevardtheater spürbar. Einer der Gründe für diesen besonderen Zusammenhalt sind sicherlich die flexiblen Hierarchien aber schlichtweg auch der gemeinsame Pausenraum. Hier essen Schauspieler und Crew gemeinsam, hier sind alle bei der Entstehung von Stücken mit eingebunden. „So etwas verbindet das Team miteinander. Hier ist sich keiner zu schade, mit anzufassen, wenn eine helfende Hand gebraucht wird“, meint Philipp Blessing. Aus dieser Gemeinsamkeit heraus kann sich aber auch ein Gefühl für die Künstler entwickeln, das ein Veranstaltungstechniker unbedingt haben sollte. Ebenso wie eine gewisse Musikalität und ein künstlerisches Verständnis. „Unser Beruf ist eine Mischung aus einer technischen Dienstleistung, gepaart mit Kunsthandwerk“, verdeutlicht der Ausbilder. Immer den Überblick behalten Was man für die dreijährige Ausbildung sonst noch mitbringen sollte, fasst Alex so zusammen: „Man muss immer einen guten Überblick behalten, seinen Terminkalender gut führen, denn es ändert sich oft viel. Außerdem braucht man Ausdauer. Wir arbeiten ja manchmal zehn bis zwölf Stunden am Stück. Da ist es auch wichtig, sich selbst einschätzen zu können. Also, wann man eine Pause braucht.“ Eine andere Herausforderung ist beispielsweise auch der Aufbau, der körperlich anstrengend ist. Weiterhin arbeiten Veranstaltungstechniker an den verschiedensten Orten „Das können Räume ohne Tageslicht ebenso sein wie bei 38 Grad draußen auf der Freilichtbühne“, ergänzt Philipp Blessing. Neben all diesen Dingen ist dem Ausbilder bei seinem Team vor allem eines wichtig: „Ambiguitätstoleranz.“ Das meint, mit Ungewissheiten umgehen zu können und widersprüchliches Verhalten anderer zu tolerieren, auch wenn es einem nicht passt. „Unser Ziel sollte einzig und allein sein, dass die Show pünktlich losgeht und alles reibungslos funktioniert“, so der Ausbilder. Silke Rödel und gegebenenfalls repariert. „Dann bringen wir das Bühnenbild auf die Startposition zurück“, zählt Alex weiter auf. Je nach Stück dauern diese Vorbereitungen ein bis zwei Stunden. Nach dem gemeinsamen Abendessen mit den Künstlern geht es los. „Ab 19 Uhr bringen wir den Gong viermal, bis das Stück anfängt.“ Aufwachsen in der Theaterfamilie Beste Aussichten Eigentlich ist jetzt ein guter Zeitpunkt, den Beruf zu erlernen, meint Ausbilder Philipp Blessing. Er schätzt, dass in einigen Jahren viele Stellen frei werden aufgrund der Verrentung. Wer erfolgreich in dem Beruf tätig sein will, sollte selbstständig arbeiten können, offen für technische Neuerungen und stressresistent sein. Deine Ausbildung. Individuell und Mittendrin. Du bist gern dort, wo das Leben spielt, magst Teamarbeit und wünschst dir einen Beruf mit vielen Entwicklungschancen? Dann komm an Bord! Die sächsische Tourismusbranche freut sich auf Nachwuchs! Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.

Sächsische Zeitung und Sächsische.de

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