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Azubi Beilage | September 2022

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10 Mach’s

10 Mach’s professionell! LEHRE.STUDIUM.BERUF. Die Dritte im Bunde Ausbildung ist gleich Ausbildungsbetrieb plus Berufsschule? Nicht ganz. Um das Niveau seiner Berufsausbildungen wird Deutschland von vielen Ländern beneidet. Das hierzulande praktizierte Modell der dualen Ausbildung ist eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte, und einer der Garanten der niedrigen Jugendarbeitslosigkeit zwischen Ostsee und Alpen. Waren im Mai 2022 in der Europäischen Union 13,3 Prozent aller nicht in Schulen oder Ausbildungen lernenden Menschen zwischen 15 und 24 Jahren ohne Job, so waren es in der Bundesrepublik 5,3 Prozent. Nur Irland schlug Deutschland in dieser EU-Statistik – mit beispielhaften 4,9 Prozent Jugendarbeitslosigkeit. Was weniger bekannt ist: Das Erfolgs-Doppel aus Lernen im Ausbildungsbetrieb und Lernen in der Berufsschule hat einen Drilling. Einen, der inzwischen in vielen Berufen eine unumgängliche Erweiterung der Lehrinhalte darstellt. Die Rede ist von der „Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung“ (ÜLU). ÜLU-Kurse sind verbindliche Lehrgänge, die vom ersten bis zum vierten Ausbildungsjahr durchgeführt werden. In ihnen erwerben Auszubildende außerhalb von Berufsschulen und Ausbildungsbetrieben Fähigkeiten und Kenntnisse, die in den jeweiligen Berufen zwingend vonnöten sind. Die Lehrgänge ergänzen das vorhandene Wissen. Bei der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung lernen Azubis beispielsweise auch Maschinen und Technologien kennen, die der Ausbildungsbetrieb nicht bieten kann. Foto: stock.adobe.com Die ÜLU ist fester Bestandteil der dualen Berufsausbildung in vielen, aber nicht in allen Berufsfeldern. Im Freistaat Sachsen kann man sich aktuell in rund 130 handwerklichen Berufen ausbilden lassen, eine Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung gibt es derzeit in 99 Ausbildungsgängen. „Es sind die eher seltenen Handwerksberufe, für die keine ÜLU angeboten wird“, erläutert Daniel Bagehorn, Pressereferent der Handwerkskammer Dresden. „Das betrifft beispielsweise den Beruf des Böttchers, des Seilers, des Textilgestalters oder auch die Ausbildung zum Brauer und Mälzer“. Schritt halten mit der Entwicklung In manch anderem Beruf aber kommt man an ein wenig „Extra-Input“ nicht vorbei. Nicht, weil es den Ausbildenden und den Lehrenden der Berufsschulen an Kompetenz fehlen würde. „Der Grund liegt vielmehr in einer immer dynamischer werdenden Arbeitswelt“, so Daniel Bagehorn, „Berufsbilder verändern sich, neue Berufe entstehen. Digitalisierung und Automatisierung verändern die Lehr- und Lerninhalte zum Teil stark“. Dazu kommt, dass die moderne Arbeitswelt in hohem Tempo immer spezialisierter wird. Für Azubis bedeutet das häufig: Der Lehrbetrieb kann vieles, aber eben nicht alles. Der Lehrbetrieb verfügt über tolle Maschinen und Werkzeuge, letztlich aber hat er eben doch einen eng abgesteckten Geschäftsschwerpunkt. Auch das Wissen und Können der Ausbilderinnen und Ausbilder ist naturgemäß nicht grenzenlos. Sinn der Berufsausbildung ist aber, dem Azubi ein möglichst breit gefächertes praktisches, theoretisches und produktneutrales Wissen zu vermitteln. Genau hier setzt die ÜLU an. Die Lehrgänge ergänzen das vorhandene Wissen, fügen neues hinzu und erreichen so einen gesunden Ausgleich. Wissensunterschiede zwischen den Azubis werden auf diese Weise möglichst stark verringert – das geschieht natürlich auch mit dem Ziel, ein gewisses Maß von „Waffengleichheit“ beim Einstieg in den Arbeitsmarkt zu gewährleisten. STARTE DEIN DUALES STUDIUM mit Jobperspektive im öffentlichen Dienst Bewerbung bis 01.11.2022 Hochschule Meißen @hsfmeissen TAG DER OFFENEN TÜR 10.09.2022 Soft Skills und Psychologie Von besonderer Bedeutung ist die ÜLU für die Berufsbilder der Bauwirtschaft. Da diese Ausbildungen auf ständig wechselnden Baustellen und damit unter sehr unterschiedlichen Bedingungen stattfinden, sind überbetriebliche Ergänzungen und Erweiterungen des Wissens in dieser Branche besonders gefragt. In kleinen Gruppen können die zukünftigen Bauleute im Rahmen der ÜLU ihre Fertigkeiten vertiefen und darüber hinaus Maschinen und Technologien kennenlernen, die ihnen ihr Ausbildungsbetrieb häufig nicht bieten könnte. Es gibt aber auch Lehrlingsunterweisungen, bei denen es nicht um Maschinen oder Verfahren geht, sondern um Zwischenmenschliches. „Ein Beispiel hierfür wäre das Verbessern von Soft Skills, die für viele Serviceberufe erforderlich sind“, sagt Daniel Bagehorn, „Das Trainieren von Verkaufsgesprächen im Lebensmittelhandel gehört hier ebenso dazu wie das Erlernen von Grundlagen der Trauerpsychologie im Berufsbild des Bestatters“. Axel Nörkau

Mach’s professionell! LEHRE.STUDIUM.BERUF. 11 Hereinspaziert in die Zukunft! ANZEIGE Drehen, schleifen, fräsen: Toni Schwenke (17) und Fabio Franke (17) haben ihren Traumjob gefunden. Sie lernen Zerspanungsmechaniker bei der Firma Herbrig und Co. GmbH. Eine modern ausgestattete Ausbildungswerkstatt, eine abwechslungsreiche Tätigkeit und ein gutes Gehalt sind nur einige der Argumente, die Toni Schwenke und Fabio Franke überzeugt haben, eine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker zu beginnen. Was muss man denn eigentlich können, wenn man Zerspanungsmechaniker werden will? Fabio Franke: Man benötigt aus meiner Sicht vor allem Geduld und Ehrgeiz. Außerdem muss man sehr genau arbeiten können, denn wenn Fehler an den Maschinen gemacht werden, kann das schnell sehr teuer werden. Und Kenntnisse in Mathematik sind wichtig. Toni Schwenke: Handwerkliches Geschick braucht man auch, außerdem ein bisschen Computerverständnis, weil wir ja auch die Werkzeugbewegungen programmieren. Wie sieht euer Arbeitsalltag aus? Toni Schwenke: Ich bin im zweiten Lehrjahr. Zurzeit stelle ich ein Windeisen komplett selbst her. Das wird zum Spannen verschiedener Gewindebohrer verwendet. Dabei lerne ich das Drehen und Fräsen an konventionellen Maschinen. Bei der Montage der hergestellten Teile merke ich sofort, ob ich korrekt nach Zeichnung gearbeitet habe. Fabio Franke: Ich habe gerade erst meine Ausbildung begonnen und bin zurzeit in der Lehrwerkstatt, wo ich an einer Parallelzwinge arbeite. Sie dient zur Befestigung zweier Teile. Ich lerne, Gewinde zu bohren, die Oberfläche zu feilen und genaues Messen. Toni Schwenke (li.) und Fabio Franke haben den Schritt in ihre Zukunft gemacht. Hier arbeitet Toni beispielsweise an der Ständerbohrmaschine. Fotos: privat Was gefällt dir bei deiner Arbeit am besten? Toni Schwenke: Ich finde die technischen Zeichnungen cool. Die zu verstehen ist schon ein bisschen komplizierter, es macht mir Spaß, mich da reinzudenken. Außerdem gefällt mir das Bohrerschleifen, dabei den richtigen Anschleifwinkel für die verschiedenen Werkstoffe zu ermitteln und umzusetzen. Die Arbeit ist sehr vielfältig. Eure Firma gehört zu den größten Ostdeutschlands. Toni Schwenke: Genau. Bei uns werden jährlich mehr als 130 Millionen Drehteile mit einem Durchmesser zwischen 0,5 und 42 Millimetern hergestellt. Wie seid ihr auf diesen Ausbildungsberuf gekommen? Toni Schwenke: Bei mir war es ein Kumpel, der mich auf die Idee gebracht hat. Er hatte hier bei Herbrig gelernt. Werken hat mir in der Schule schon gut gelegen, da bin ich auch einfach mal eine Woche Probearbeiten gegangen und habe direkt einen Vertrag bekommen. Fabio Franke: Ich hatte mich hier beworben und wurde gleich eingeladen zum Vorstellungsgespräch. Ich hab alles erfahren, was ich wissen wollte, und das hat meinen Wunsch, Zerspanungsmechaniker zu werden, weiter gefestigt. Am Ende hat es dann mit einem Ausbildungsplatz geklappt und ich bin überglücklich. Wieso sollte man sich ausgerechnet bei der Herbrig und Co. GmbH bewerben? Toni Schwenke: Die Firma unterstützt einen ganz enorm. Ich komme eigentlich aus Berggießhübel, im Winter wohne ich beispielsweise auf Firmenkosten in einer Ferienwohnung, weil ich nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln herkommen kann. (Rö) Wir suchen dich! Freie Ausbildungsplätze 2022 und 2023 Lerne uns kennen! Start der Ausbildung ist am 1. August 2023. Aber auch für dieses Jahr haben wir noch freie Plätze! Weitere Infos zur Ausbildung findest du im Internet: https:// werde-zerspaner.de Du hast Interesse? Dann sende deine Bewerbung unter dem Stichwort „Drehteile“per E-Mail an bewerbung@herbrig.com Herbrig & Co. GmbH – Präzisionsdrehteile Müglitztalstraße 10/12 01773 Altenberg OT Bärenstein Telefon: 035054 223-38 HK Präzisionsteile GmbH Frauenstraße 1 01774 Klingenberg OT Höckendorf Telefon: 035055 13800 Die duale Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker dauert dreieinhalb Jahre. Dabei wechselt sich der Blockunterricht im Berufsschulzentrum für Technik und Wirtschaft in Pirna-Copitz mit der Praxis in der modernen Ausbildungswerkstatt im Betrieb ab. Sollte dein Interesse geweckt worden sein, kannst du das Unternehmen auch durch ein Praktikum oder einen Ferienjob näher kennenlernen.

Sächsische Zeitung und Sächsische.de

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